
F2: Nichts zu holen gegen Heilbronn 2
HSG Heilbronn 2 – HB Ludwigsburg 2 31:21 (14:11)
Manche Spiele brauchen keine lange Analyse. Dieses hier ist so eines. Ein Spiel, bei dem man sich schon nach wenigen Sekunden dachte: Ah, okay, heute also so.
Die Voraussetzungen waren vor dem Spiel schon ein wenig “wild”. Vom eigentlichen Stammkader der HB Ludwigsburg 2 standen ganze vier Feldspielerinnen zur Verfügung, ergänzt durch Erna als Spielertrainerin. Unterstützung kam dankenswerterweise von Nicole, Franzi und Elena aus Frauen 3 bzw. Frauen 4, an dieser Stelle ein riesiges Danke fürs Aushelfen! Das solche Konstellationen nicht für perfekte Abläufe sorgen, überrascht vermutlich niemanden.
Der Spielbeginn passte dann auch direkt ins Bild. Noch bevor wirklich Handball gespielt wurde, rückte der Spielball in den Fokus - genauer gesagt, weil er angeblich nicht ganz den Regularien der Gastgeberinnen entsprach. Ursache: Anti-Staubtücher. Kein Harz, kein Kleber, kein Zaubertrank. Entfach nur Anti-Staubtücher. Ein Detail, das den Ton für den restlichen Nachmittag ganz gut vorgab.
Doch alles irrelevant, entscheidend ist aufm Platz. Der Anfang lief auch gut für die Ludwigsburgerinnen, nach einem 1:3 schien es, als könnte man im Spiel in die Oberhand gewinnen. Doch die Abwehr agierte zu inkonsequent, Lücken öffneten sich zu leicht und Heilbronn nutzte diese dankbar. Teilweise spazierten die Gastgeberinnen regelrecht durch die Defensive, während Ludwigsburg nie wirklich Zugriff bekam. Dadurch gestaltete das Spiel sich auf Augenhöhe, keine der beiden Mannschaften konnte sich wirklich absetzen. In der 20. Spielminute war es dann soweit, die HBL lag erstmals zurück (9:8).
Denn im Angriff fehlte über weite Strecken die nötige Konzentration, einfache Ballverluste und unklare Abschlüsse verhinderten, dass man sich absetzen konnte.
Zur allgemeinen Gemengelage trug auch die Halle selbst ihren Teil bei. Durch das grelle Sonnenlicht wurde das Spiel zeitweise zu einer Mischung aus Handball und Blindflug – Blinded by the light, könnte man sagen. Beste Voraussetzungen also, um Ruhe, Struktur und Konstanz ins eigene Spiel zu bringen. Spoiler: Hat nicht funktioniert.
Nach dem Seitenwechsel wurde es dann zunehmend zäh. Während Heilbronn weiter konsequent spielte, verlor Ludwigsburg zunehmend den Zugriff, defensiv wie offensiv.
Die Gastgeberinnen konnten den Vorsprung Stück für Stück ausbauen, während sich die HBL schwer tat, ins Tempospiel zu kommen oder einfache Tore zu erzielen.
Auch statistisch war ein eher einseitiger Nachmittag. Elf zu null Siebenmeter zugunsten der Gastgeberinnen spricht eine Sprache für sich.
Am Ende stand eine deutliche 21:31-Niederlage auf der Anzeigetafel. Ein Spiel, bei dem wenig zusammenlief, vieles unrund war und das man getrost unter der Kategorie „abhaken und weitermachen“ verbuchen darf.
Unterm Strich bleibt festzuhalten: Es war ein gebrauchter Tag. Vieles wollte nicht funktionieren, die Abwehr war zu löchrig, der Fokus zu oft weg - und manchmal ist es dann eben so, dass ein Spiel früh eine Richtung einschlägt, aus der man einfach nicht mehr herauskommt. Wichtig ist nur, dass man beim nächsten Mal wieder Handball spielt und nicht über Anti-Staubtücher diskutiert.
Nach einem spielfreien Wochenende wartet auf die HBL direkt die nächste große Herausforderung. Am Freitag, den 21.02.2026, gastiert mit der HSG Lauda/Königshofen der ungeschlagene Tabellenführer in Ossweil.
Anpfiff ist um 20:00 Uhr.
Eine klare Ausgangslage, aber auch eine Chance: Zu Hause, vor eigenem Publikum, will die HBL ein anderes Gesicht zeigen und dem Spitzenreiter so unbequem wie möglich begegnen.
Für die HBL spielten: Heidi Kluge (6), Nicole Ney (3), Elena Veigel (3), Erna Kozar-Topalovic (3), Johanna Röckel (2), Sophia Weigand (2), Simone Weiß (1), Alina Kohl (1) Im Tor: Celine Supan
Johanna Röckel